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Glossar

Anschlussleitung:

Rohrleitung ab dem Terminal bis zum Übergangspunkt in das deutsche Erdgasversorgungsnetz.

Bio-LNG:

die Herstellung von LNG aus regenerativ erzeugtem Strom (Wind, Solar) durch die Power-to-X-Technologie oder aus biogenen Rohstoffen, z. B. Müll, Abwässer.

größtes zusammenhängendes Industriegebiet Schleswig-Holsteins; Synergien der lokalen Industrie mit dem Terminal: Nutzung von Abwärme zur Regasifizierung des LNG. Link

Distribution:

Verteilung des LNG ab Terminal per Tanklastwagen, LNG-Bunkerschiff, Kesselwagen (Eisenbahn) und Pipeline

Emissionen:

Beim Einsatz von LNG entstehen im Vergleich zu konventionellen, ölbasierten Schiffsbrennstoffen bis zu 20 % weniger CO(bei optimierter Lieferkette), 85 % weniger Stickoxide (NOx). Es entstehen kaum Feinstaub und Schwefeldioxid (SOx). Damit trägt der Einsatz von LNG wesentlich zur Verbesserung der Luftqualität in Hafenstädten und Küstenregionen bei.

Flüssigerdgas:

bezeichnet verflüssigtes Erdgas, englisch „Liquified Natural Gas“ (LNG); oft fälschlicherweise als „Flüssiggas“ (LPG – Liquified Petroleum Gas). Die englische Bezeichnung wird auch vermehrt im Deutschen verwendet. Siehe LNG    

Geschäftsmodell:

Errichtung und Betrieb eines kombinierten Import- und Distributionsterminals: Eigentümer und unabhängiger Betreiber wird die German LNG Terminal GmbH sein. Unabhängiger Betreiber bedeutet, dass German LNG Terminal GmbH nicht Besitzer des LNG sein wird. Grundprinzipien des geplanten Terminals sind der Fokus auf die Kunden sowie der offene und diskriminierungsfreie Zugang zu den Kapazitäten des Terminals für Kunden und LNG-Lieferanten.

Importterminal:

Tanklager, für die Anlandung (meist durch spezielle LNG-Bunkerschiffe), die temporäre Speicherung, die Verteilung von LNG auf dem Wasserweg, auf der Straße und der Schiene sowie die Einspeisung des regasifizierten LNGs in das Gasfernleitungsnetz.

Jetty (engl.):

Schiffsanleger für LNG-Tanker, die das LNG zum Terminal bringen oder abholen.

Konfiguration:

Durchsatz: bis zu 8 Mrd. m3/Jahr

Speicherkapazität: Zwei Tanks mit 240 000 m3 Arbeitsvolumen (AV)

Zwei Schiffsanleger (Jetties) „Q-Max“ und LNG-Bunkerschiffe

Umschlagsanlagen: Löschrate: ca 14 000 m3/h
Verladerate: 3 000 m3/h

Regasifizierungsanlagen (indirekte Rohrbündel Wärmetauscher mit Heizwasser und Tauchflammenverdampfer)

Durchsatz (engl. throughput):

bezeichnet in der Energiebranche die Menge eines Energieträgers, die innerhalb eines festgelegten Zeitraumes (meist ein Jahr) durch ein Tanklager läuft. Dies bedeutet, dass der Durchsatz um ein Vielfaches höher ist als das, was ein Tanklager fasst. LNG-Mengen bzw. -Volumina werden in Milliarden Kubikmeter (in der Energiebranche häufig als bcm billion cubic metres bezeichnet) gemessen.

LNG-Lieferländer:

Weltgrößte Hauptlieferanten für LNG sind Katar, Australien, Malaysia, Nigeria, Russland. Experten gehen davon aus, dass außerdem die Rolle der USA als LNG-Exporteur, auch nach Europa, zunehmen wird.  (Quelle der Grafik: GIIGNL, Annual Report 2018)

  

 Grafik zu Exportströmen 

LNG (engl.):

Definition: LNG steht für Liquefied Natural Gas, d. h., Erdgas, das durch Herunterkühlen auf eine Temperatur von –162 °C verflüssigt wird. Dadurch wird das Volumen auf 1/600 komprimiert.

Eigenschaften: LNG ist tiefkalt, flüssig, ungiftig, nicht korrosiv, brennbar, nicht explosiv. Gasförmig hat es die gleichen Eigenschaften wie Erdgas.

Bestandteile: LNG besteht hauptsächlich aus Methan (ca. 90 Prozent) sowie Ethan, Butan, Propan und Stickstoff. Im Flüssigzustand ist LNG nahezu drucklos. LNG kann sehr effizient und sicher gelagert sowie transportiert werden.

Einsatz und Nutzung: großtechnisch wie Erdgas sowie als alternativer Kraftstoff im Mobilitätsbereich und als Energieträger.

Vorteile: Hohe Energiedichte im flüssigen Zustand. LNG ist ein emissionsarmer Kraftstoff, die Technologien für Handling und Einsatz sind sicher, bewährt und sofort verfügbar. Erhöhung der Nachhaltigkeit durch bessere Luftqualität und Reduzierung des Lärms durch Einsatz im Schiffs- und Schwerlastverkehr (LNG-getriebene Motoren sind erheblich leiser).

Methanschlupf:

das Entweichen des klimaschädlichen Methans (CH4) in die Atmosphäre während der Erzeugung, des Transports, der Lagerung und der Nutzung von LNG als Kraftstoff in Motoren. Insgesamt macht der Methanschlupf bei der Erzeugung und dem Transport von LNG („well to tank“) zwischen 5 und 25 Prozent an der gesamten Lieferkette aus („well to propeller“). Der größte Teil des Methanschlupfs fällt somit im Schiffsbetrieb („tank to propeller“) an. Die Hersteller von Schiffsmotoren arbeiten kontinuierlich an der Minimierung des innermotorischen Methanschlupfs. Am LNG Terminal entweicht im Normalbetrieb kein Methan.

Nachhaltigkeit:

Durch die Nutzung von LNG in der Schifffahrt und im Schwerlastverkehr Verbesserung der Luftqualität durch erhebliche Emissionsreduzierung und Lärmminderung. LNG-getriebene Motoren in Schifffahrt und Schwerlastverkehr sind im Vergleich zum Betrieb mit konventionellen, ölbasierten Kraftstoffen erheblich leiser (–10 dB(a)), wodurch nächtliche Lieferungen den täglichen Lieferverkehr entzerren können.

Regasifizierung:

Rückverwandlung von Flüssigerdgas in den gasförmigen Zustand durch Erwärmung vor der Einspeisung in das Gasversorgungsnetz (Pipelines)

Scoping:

Als „Scoping“ (englisch „scope“: Rahmenuntersuchung, Umfang) bezeichnet man den Aufgabenbereich bzw. Untersuchungsumfang bei komplexen Prozessen und Projekten. In einem Scoping-Termin mit Behörden und Trägern öffentlicher Belange wird alles Wichtige zum ggf. erforderlichen Umweltschutz für ein konkretes Vorhaben erörtert, damit sich die später erfolgende Umweltverträglichkeitsprüfung darauf beziehen kann. Dabei geht es nicht um die Abwägung zukünftig zu treffender Entscheidungen oder die politische Bewertung eines Vorhabens, sondern um die rein fachliche und rechtliche Bewertung und Ausarbeitung von dessen möglichen Auswirkungen.

Im Scopingtermin am 31. Januar 2019 wurde in Brunsbüttel unter Beteiligung der Vorhabenträgerin German LNG Terminal GmbH, der zuständigen Genehmigungsbehörden, der Träger öffentlicher Belange wie z. B. weiteren Fachbehörden sowie Umweltvereinigungen und sonstigen Dritten geklärt, welchen Inhalt, Umfang sowie welche Detailtiefe die von der Vorhabenträgerin vorzubereitenden Unterlagen zum Umweltschutz haben müssen. Das Ergebnis des Scopingtermins ist der sogenannte Untersuchungsrahmen, in dem die zuständige Behörde die rechtlich und fachlich notwendigen Informationen bestimmt, die die Vorhabenträgerin sodann zu ermitteln und im so genannten UVP-Bericht* darzustellen hat. Der Untersuchungsrahmen ist damit eine Art „Pflichtenheft“ an die Adresse der Vorhabenträgerin im Vorfeld des Genehmigungsverfahrens. Der daraufhin zu erstellende UVP-Bericht ist sodann eine Grundlage für die Bewertung der Umweltauswirkungen durch die zuständige Behörde im Rahmen des Genehmigungsverfahrens.

*Umweltverträglichkeitsprüfung

Serviceleistungen:

Verladen und Löschen von LNG, temporäre Speicherung von LNG, Regasifizierung von LNG und Abgabe von Erdgas in das deutsche Gasleitungsnetz; Distribution (Verteilung) per Schiff, LKW oder Kesselwagen

Small-Scale-Terminal:

Die Funktion eines sog. Small-Scale-Terminals liegt in der Verteilung von LNG als Kraftstoff an Verbraucher in der Schifffahrt und im Schwerlastverkehr. Es handelt sich also um ein Distributionsterminal, das kleinere Mengen als Kraftstoff in den Mobilitätssektor abgibt.

Standortvorteile:

Der Standort Brunsbüttel weist für das geplante Import- und Distributionsterminal für LNG eine Reihe von Standortvorteilen auf: Nähe zur Elbmündung, zum Nord-Ostsee-Kanal und zum Hamburger Hafen; Nachbarschaft zum ChemCoast Park und damit zu potentiellen Industrieabnehmern. Zudem wird das Projekt durch die Landesregierung Schleswig-Holstein intensiv unterstützt.

Tanklager, offenes:

Ein Tanklager, das seine Kapazitäten und Dienstleistungen diskriminierungsfrei für Marktteilnehmer anbietet.

Wirtschaftlichkeit:

Die Wirtschaftlichkeit eines Terminals basiert auf der kostenpflichtigen Bereitstellung von Terminalkapazitäten und damit verbundenen Servicedienstleistungen. Das bedeutet, dass ein Terminal profitabel arbeitet, solange Kapazitäten vermietet sind, und zwar unabhängig davon, ob die vermieteten Terminalkapazitäten tatsächlich genutzt werden. Dies bedeutet also auch, dass die Auslastung eines Terminals nichts über seine Profitabilität aussagt.

Darüber hinaus können ungenutzte Kapazitäten auf dem Sekundärmarkt angeboten und auf diese Weise wieder dem Markt zur Verfügung gestellt werden.