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Nachhaltigkeit

Der Einsatz von LNG im Transportsektor führt im Vergleich zu konventionellen, ölbasierten Kraftstoffen zu einer signifikanten Reduktion der lokalen Luftverschmutzung.

  • Erdgas enthält keinen Schwefel, deshalb verursacht der Kraftstoff LNG keine SOx-Emissionen (Schwefeloxid)
  • Reduktion von NOx(Stickoxide) bis zu 80 %
  • fast vollständige Reduktion von Feinstaub
  • Im Vergleich zu ölbasierten Kraftstoffen führt der Einsatz von LNG zur Reduktion von CO-Emissionen (bis zu 20 % unter Berücksichtigung des Methanschlupfs in der Versorgungskette und im motorischen Betrieb)
  • LNG-Motoren sind im Vergleich zu Dieselmotoren deutlich leiser (110 dB(a)). Nächtliche Lieferverkehre sind möglich und führen zu einer Entzerrung des Verkehrs tagsüber. So werden in den Niederlanden innerstädtische Supermärte heute schon mit LNG-Lkws nachts beliefert.

LNG als Kraftstoff – die Vorteile auf einen Blick

  • Sofort einsetzbarer Kraftstoff zur Einhaltung von aktuellen und zukünftigen Emissionsgrenzwerten
  • Ideale Brückentechnologie: Ein erneuerbarer Schiffstreibstoff steht noch nicht zum flächendeckenden Einsatz bereit
  • Sinkende CO-Emissionen möglich aufgrund kontinuierlicher Weiterentwicklung der Motoren für Schiffe und Schwerlast-Lkws
  • Beimischung von LNG aus biogenen Bestandteilen und von strombasiertem LNG (Power-to-X)
Infrastruktur für eine nachhaltige Energieversorgung

Dem deutschen Energiemarkt stehen einschneidende Veränderungen bevor: Deutschland hat sich ambitionierte  Klimaziele gesetzt. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe wird weiter forciert: Bis 2050 sollen 80 % der deutschen Stromversorgung durch erneuerbare Energien bereitgestellt werden. Deutschland befindet sich also in einer entscheidenden Übergangsphase.

Die Energiegewinnung aus Kernenergie und Kohle wird zukünftig eingestellt: Bereits Ende 2022 müssen alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet sein. Eine Kommission der Bundesregierung hat Ende Januar vorgeschlagen, bis 2038 alle noch vorhandenen Braunkohlereviere zu schließen und dort zukünftig vor allem nachhaltige Energie zu erzeugen.

Aber: Eine derart umfassende Umstellung der Energieversorgung von Privathaushalten und Unternehmen auf erneuerbare Energie braucht Zeit. Aktuell und mittelfristig ist eine zuverlässige und konstante Energieversorgung allein mit regenerativen Technologien nicht zu gewährleisten. Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung und einem klimaneutralen Energiemarkt wird die Bedeutung von (fossilem) Gas daher in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.

Mit Liquefied Natural Erdgas (LNG, engl. für Flüssigerdgas) steht ein sauberer, universell einsetzbarer Energieträger zur Verfügung, der als emissionsarmer Kraftstoff für Land- und Seeverkehr sowie für den Schwerlastverkehr, zudem als Energielieferant für Industrie und Privathaushalte viele Vorteile mitbringt. Grundvoraussetzung für die Etablierung von LNG im deutschen Energiemix ist jedoch eine Infrastruktur, die es erlaubt, auch größere Mengen des verflüssigten Erdgases zwischenzulagern und zu befördern.

Deutschland ist aktuell eines der wenigen europäischen Küstenländer, das noch nicht über ein eigenes LNG-Terminal verfügt – und damit noch nicht die Möglichkeit hat, Erdgaslieferländer zu diversifizieren, einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden und den emissionsarmen Kraftstoff LNG für die Schifffahrt und den Schwerlastverkehr kosteneffizient zur Verfügung zu stellen.

Das soll sich bald ändern: Die German LNG Terminal GmbH, ein Joint Venture der Unternehmen Gasunie LNG Holding B.V., Vopak LNG Holding B.V. und der Oiltanking GmbH, plant gemeinsam den Bau und Betrieb eines LNG-Terminals am Standort Brunsbüttel. Das als kombiniertes Import- und Distributionsterminal konzipierte LNG-Terminal wird wesentlich zur Absicherung und Diversifizierung der Energieversorgung beitragen und den deutschen Verbrauchern den Zugang zum Weltmarkt für LNG öffnen.

Pipelines
LNG für eine Diversifizierung der deutschen Energieversorgung

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland noch 11,7 % der Energie von Kernkraftwerken produziert (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, BMWi). Durch den Ausstieg aud der Kernenergie im Jahr 2022 entfällt ein wichtiges Standbein der Stromversorgung. Auch die Produktion in Kohlekraftwerken, insbesondere die Verstromung von Braunkohle, wird spätestens im Jahr 2038 Geschichte sein, damit Deutschland im Rahmen der Energiewende die CO–Emissionen bei der Energiegeneration drastisch reduziert. Das bedeutet gleichzeitig, dass Erdgas in der nationalen und europäischen Energieversorgung zukünftig an Bedeutung gewinnen wird, um Versorgungsengpässe zu vermeiden.

Gleichzeitig muss Deutschland neue Gaslieferanten identifizieren, da die Niederlande, die für 20 % des deutschen Gasbedarfs abdecken, ihre Erdgasproduktion ab 2022 stark einschränken und 2030 ganz einstellen werden. Zudem ist es das erklärte Ziel der europäischen Energiepolitik den europäischen Erdgasmarkt weiter zu diversifizieren, um einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden. So bezieht Deutschland knapp 60 % seines Erdgases aus Russland. Auch hier kann das aus mehreren Ländern importierte LNG maßgeblich zur Flexibilisierung des Gasmarktes und zur gewünschten Diversifizierung der Erdgaslieferländer beitragen.

Ein LNG-Importterminal am Standort Brunsbüttel eröffnet den Zugang zum Weltmarkt für hochenergetisches LNG und trägt dazu bei, einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden. Die in Brunsbüttel ansässige Chemieindustrie kann über das Terminal direkt und kostengünstig mit regasifiziertem LNG versorgt werden. Über die Einspeisung in das Erdgasnetz unterstützt LNG die Absicherung der Stromversorgung von Privathaushalten und Industrieunternehmen in ganz Deutschland.

BRD
Restriktivere Emissionsregulierung der Schifffahrt

Die internationale Schifffahrt muss sich an eine restriktivere Regulierung der Luftschadstoffemissionen anpassen.

  • Der globale Sulphur Cap ab 2020 (IMO): Die globale Schifffahrt darf ab 2020 nur noch Treibstoffe mit max. 0,5 % Schwefelgehalt benutzen. Bisher war ein Schwefelgehalt von 3,5 % erlaubt.
  • Die Emissionsschutzgebiete in Nord- und Ostsee: Seit 2015 ist ein Schwefelgehalt von maximal 0,1 % Schwefel im Schiffstreibstoff erlaubt. Ab 2021 müssen neu gebaute Schiffe den Stickoxid-Ausstoß um 75 % reduzieren.

Allerdings: Bisher im Betrieb befindliche Schiffe müssen den Ausstoß des Reizgases Stickoxid nicht verringern. Für Feinstaub gibt es bisher keine Regulierung.

LNG ist ein emissionsarmer Kraftstoff, der wesentlich dazu beiträgt, die Schifffahrt und den Schwerlastverkehr nachhaltiger zu gestalten.

Die großen Kreuzfahrtreedereien haben die Wende hin zu LNG-betriebenen Kreuzfahrtschiffen bereits eingeleitet: In den nächsten Jahren werden alle neuen Kreuzfahrtschiffe mit LNG-betriebenen Motoren gebaut werden. Das erste Schiff dieser Art, die AIDAnova, ist bereits seit Dezember 2018 im Einsatz. Auch in der Containerschifffahrt findet derzeit ein Wandel hin zu emissionsarmen Antrieben statt. Als erste Containerlinienreederei der Welt hat CMA CGM neun Schiffsneubauten der 22 000-TEU-Klasse mit LNG-Antrieb in Auftrag gegeben.

Die Umstellung der Schifffahrt auf LNG-Motoren setzt den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur zur Bebunkerung voraus, die die  Verfügbarkeit von LNG in Deutschland gewährleistet. Das heißt, dass es dort, wo die Schiffe be- und entladen werden, eine Möglichkeit zur LNG-Bebunkerung geben muss: in den deutschen See- und Binnenhäfen. Eine wirtschaftlich effiziente Versorgung der deutschen See- und Binnenhäfen ist nur über ein LNG-Importterminal realisierbar, das die Logistikkette bezahlbar macht.

Schifffahrt

In den nächsten Jahren werden insgesamt 19 LNG-Schiffe im Kreuzfahrtsektor gebaut werden:

  • Carnival Group: 9 (3 für AIDA, 2 jeweils für Costa Cruises, P&O Cruises und Carnival Cruise Line)
  • TUI Cruises: 2
  • MSC: 3 (2 weitere Schiffe optional)
  • Disney: 3
  • Royal Carribean: 2